Vortrag: William Shakespeare zwischen Subversion und Anpassung an das elisabethanische Zeitalter
im Rahmen der Heidelberger Summer School
Termin
Do. 29.06.2023, 16:30 Uhr
Dr. Heike Grundmann, Anglistisches Seminar der Universität Heidelberg
Beschreibung
Die Frage nach Shakespeares Einstellung gegenüber seiner Zeit und seiner Königin ist seit jeher umstritten, da seine Dramen zwar eine Vielzahl von politischen, ethischen und philosophischen Äußerungen, aber keine klar dem Autor zuzuweisende Position aufweisen. Tragödien wie „Hamlet“ und Historien wie „Henry V“, oder Komödien wie „Twelfth Night“ („Was ihr wollt“) lassen sich interpretieren als herausragende Zeugnisse der frühen Neuzeit, die eine neue Auffassung von Individualität (in Anlehnung an Montaignes Ideen), eine neue kritische Haltung zur Beziehung zwischen Monarch und Volk (hierfür wäre die Rebellion des Earl of Essex beispielhaft), und vor allem eine gewandelte Einstellung zur Beziehung der Geschlechter zueinander bezeugen. In diesem Vortrag wird anhand der drei genannten Stücke dargelegt, inwiefern die dort erkennbaren Auffassungen von Liebe, menschlicher Identität und der britischen Monarchie einerseits subversiv zu angestammten Ideen und Ideologien des elisabethanischen Zeitalters stehen, andererseits aber gerade mit Shakespeare die englische Renaissance ihre höchste Erfüllung und Vollendung findet.
Veranstaltungsort
Hochschule für Kirchenmusik
Veranstalter
Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg




