2. Internationaler Philipp-Wolfrum-Wettbewerb 2008
in Heidelberg

Dispositionen der Wettbewerbs-Instrumente

Peterskirche     Stadthalle Alter Spieltisch     Stadthalle Neuer Spieltisch    


Der Philipp-Wolfrum-Wettbewerb findet an den beiden Hauptwirkungsstätten von Philippp Wolfrum in Heidelberg, der St. Peterskirche und der Stadthalle, statt. Während die von Wolfrum geplante und von ihm auch durch Benefizkonzerte finanzierte Walcker-Orgel der Peterskirche unmittelbar nach Ende des 2. Weltkriegs einem Blitzeinschlag zum Opfer fiel, ist die ebenfalls von Wolfrum geplante Orgel der Stadthalle weitestgehend im Originalzustand erhalten. Die Dispositionen der heutigen Klais-Orgel der Peterskirche sowie diejenige der Stadthalle sind hier aufgeführt. Dabei dient die Beschreibung des Alten Spieltischs der Stadthallen-Orgel vor allem der Information; für den Wettbewerb wird der Neue Spieltisch genutzt werden.
Ferner stehen den Wettbewerbsteilnehmern während bestimmter Zeiten Üborgeln im Gebäude der Hochschule für Kirchenmusik zur Verfügung.


Peterskirche Heidelberg (J. Klais, Bonn, 1984, renoviert 2007)
 
Pedal
 

 
 1 Trompete 8'
 2 Posaune 16'
 3 Hintersatz 3fach
 4 Tenoroktave 4'
 5 Spielflöte 8'
 6 Oktave 8'
 7 Subbaß 16'
 8 III/P
 9 II/P
10 I/P

Hauptwerk
(I. Manual)

11 Trompette 8'
12 Mixtur 4fach
13 Terz 1 3/5'
14 Superoctave 2'
15 Quinte 2 2/3'
16 Spitzflöte 4'
17 Octave 4'
18 Rohrflöte 8'
19 Principal 8'
20 Pommer 16'
21 III/I
22 II/I

Schwellwerk
(II. Manual)

23 (Symmetrie)
24 Tremulant
25 Cromorne 8'
26 Hautbois 8'
27 Scharf 3fach
28 Larigot 1 1/3'
29 Waldflöte 2'
30 Flute octaviante 4'
31 Principal 4'
32 Bourdon 8'
33 Gamba 8'
34 Vox coelestis 8'

Brustwerk
(III. Manual)


35 Licht
36 Nachtigall
37 Tremulant
38 Vox humana 8'
39 Sifflet 1'
40 Terz 1 3/5'
41 Prinzipal 2'
42 Nasard 2 2/3'
43 Rohrflöte 4'
44 Holzgedackt 8'

Mechanische Traktur (auch Koppeln). Manuale C-g3, Pedal C-f1. Radialpedal. 8000 Setzerkombinationen (dekadisches System 1000 - 8999). Die Register des Pedals und des Hauptwerks (Nummern 1-22) befinden sich links von den Manualen, die Register des Schwellwerks und des Brustwerks (Nummern 23-44) rechts. Unter dem I. Manual befinden sich von links nach rechts die Druckknöpfe S (Setzer), 0-4, Sequenzer rückwärts, Sequenzer vorwärts, 5-9, R (Rücksteller). Fußhebel über dem Pedal: III/I, II/I, III/P, II/P, I/P,  Sequenzer vorwärts, Schwelltritt II, Schwelltritt III, Sequenzer rückwärts, Sequenzer vorwärts. Außerdem sind auf beiden Seiten des Spieltischs seitlich neben den Registerzügen für den Registranten die Sequenzerschalter vorwärts und rückwärts angebracht. Photo: Fa. J. Klais Orgelbau.

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Stadthalle (Kongreßhaus) Heidelberg
(H. Voit & Söhne Durlach 1903, op. 930)
Alter Spieltisch

 
Pedal
(obere Reihe links)

61 32' Untersatz
60 16' Prinzip.-B.
59 16' Violon bass
58 16' Sub.-B.
57 16' Gedackt bass
56   8' Oktavbaß
55   8' Cello-B.
54   8' Flöt.-B.
53   4' Super Octavbass

(mittlere Reihe links)
Die Register 69 bis 65 waren für ein Fern-Pedal vorgesehen, das nicht zur Ausführung kam.
64 32' Bombarde
63 16' Posaune
62   8' Trompete

I. Manual
(links über IV. Man.)

  1 16' Prinzipal
  2   8' Prinzipal
  3   8' Tibia
  4   8' Spitz-Flöte
  5   8' Gamba
  6   8' Gemshorn
  7   8' D. Gedackt
  8   4' Flauto-amab.
  9   4' Rohr-Flöte
10   4' Octave
11   2' Octave
12   8' Kornett
13   2' Mixtur
14   1' Scharf
15 16' Fagott
16   8' Tuba
17   4' Clarine

II. Manual
(rechts über IV. Man.)

18   4' Hoboe
19   8' Trompete
20   22/3' Cymbal
21   8' Kornett
22   2' Piccolo
23   4' Kl. Prinzipal
24   4' Hohl-Flöte
25   4' Fl. Dolce
26   8' Quintatön
27   8' Dulciana
28   8' Konzert-Flöte
29   8' L. Gedackt
30   8' G. Prinzipal
31 16' Salicional
32 16' Bordun

III. Manual
(obere Reihe rechts)

33 16' Quintatön
34   8' Flöten Prinzip
35   8' Zart-flöte
36   8' Salicional
37   8' Unda maris
38   8' Aeoline
39   8' Vox coelest.
40   4' Violine
41   4' Travers-Flöte
42   2' Flautino
43   22/3' Harm. aeth.
44   8' Klarinette

IV. Manual (mittlere Reihe rechts)
Die Registerwippen 45 bis 52 sind am Spieltisch vorhanden. Sie waren für ein Fernwerk vorgesehen, das jedoch nicht zur Ausführung kam. Das IV. Manual ist also stumm.

Elektro-pneumatische Taschenladen. Manuale C-a3, Pedal C-f1. Über den Registerwippen befinden sich nebeneinander die Freien Combinationen I (links, weiß) und II (rechts, rot). In der unteren Reihe links neben den Manualen befinden sich die Koppeln für die Freien Combinationen in der Reihenfolge
IVxI, IIxIII, IxIII, IxII, P.xVI, P.xIII, P.xII, P.xI.
Trotz der etwas irreführenden Nomenklatur handelt es sich hierbei um Normal-Koppeln, also III/I, III/II usw. Unter diesen befinden sich noch Druckknöpfe für die Pedal-Koppeln in der Hand-Registrierung: PxVI, PxIII, PxII, PxI.
In der unteren Reihe rechts neben den Manualen befinden sich die Knöpfe "Koppeln aus Walze" in der Reihenfolge:
IVxI, IIIxII, IIIxI, IIxI, IxP., IIxP., IIIxP., IVxP.
Unter dem I. Manual befinden sich die Druckknöpfe:
Sub
IIIxI
Super
IIIxI
Sub
IIxI
Super
IIxI
Super
I
IVxIIIIxIIIIIxIIIxIFreie Comb.
I
Freie Comb.
II
H.Reg.
ab
Walze
ab
Zungen
ab
P. Pedal
ab
Zungen
Tutti
Labial
Tutti
Tutti
Mit den Füßen schließlich werden bedient:
P.IVP.IIIP.IIP.IGeneral
Koppel
WalzeGeneral
Tutti
General
Schweller
III. Man.
Schweller
P.xII
Der rechts außen liegende Fußtritt P.xII ist tatsächlich eine Koppel zum Mitspielen des Pedals auf dem II. Manual.
Dieses Schmuckstück der Heidelberger Orgellandschaft konnte nach wechselvoller Geschichte 1993 durch die Fa. Vleugels Orgelmanufactur originalgetreu restauriert werden. Um den historischen Spieltisch zu entlasten, wurde zusätzlich noch ein moderner Spieltisch mit 3 Manualen, Radialpedal und Setzerkombinationen gebaut, dessen Registeranordnung im folgenden aufgeführt wird:

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Stadthalle Heidelberg, Neuer Spieltisch von Vleugels Orgelmanufactur 1993
 
III. Manual
(links, oberste Reihe)

  1   Quintatön 16'
  2   Flötenprinzipal 8'
  3   Salicional 8'
  4   Unda maris 8'
  5   Aeoline 8'
  6   Vox coelestis 8'
  7   Zartflöte 8'
  8   Violine 4'
  9   Traversflöte 4'
10   Flautino 2'
11   Harm. aeth. 3f. 22/3'
12   Klarinette 8'

II. Manual
(links, 2. Reihe von oben)

13   Bordun 16'
14   Salicional 16'
15   Geigenprinzipal 8'
16   Dulciana 8'
17   Liebl. Gedackt 8'
18   Quintatön 8'
19   Konzertflöte 8'
20   Kleinprinzipal 4'
21   Hohlflöte 4'
22   Flauto Dolce 4'
23   Piccolo 2'
24   Kornett 3-5f. 8'
25   Cymbal 3f. 22/3'
26   Trompete 8'
27   Hoboe 4'

I. Manual
(links, 3. Reihe von oben)

28   Prinzipal 16'
29   Prinzipal 8'
30   Gamba 8'
31   Doppelgedackt 8'
32   Tibia 8'
33   Gemshorn 8'
34   Spitzflöte 8'
35   Octave 4'
36   Rohrflöte 4'
37   Flauto amabile 4'
38   Octave 2'
39   Kornett 3-5f. 8'
40   Mixtur 4f. 2'
41   Scharf 3f. 1'
42   Fagott 16'
43   Tuba 8'
44   Clarine 4'

Pedal
(links, unterste Reihe)

45   Untersatz 32'
46   Prinzipalbass 16'
47   Violonbass 16'
48   Subbass 16'
49   Gedacktbass 16'
50   Oktavbass 8'
51   Cellobass 8'
52   Flötbass 8'
53   Superoctavbass 4'
54   Bombarde 32'
55   Posaune 16'
56   Trompete 8'

Koppeln
(rechts, oberste Reihe)

60   Super I
61   Sub II / I
62   Super II / I
63   Sub III / I
64   Super III / I

(rechts, 2. Reihe von oben)
65   III / II
66   P / II

(rechts, 3. Reihe von oben)
67   III / I
68   II / I

(rechts, unterste Reihe)
69   I / P
70   II / P
71   III / P

Der neue Spieltisch unterscheidet sich vom alten durch Fortlassung des IV. Manuals, durch ein Radialpedal sowie durch Setzerkombinationen anstelle der historischen Freien Combinationen. Unten rechts neben den Manualen befinden sich drei Schlüsselschalter für drei abschließbare Setzer-Einheiten zusätzlich zu einer "öffentlichen" Setzer-Einheit. Jede Einheit enthält 12 Ebenen (1-12) zu je 8 Serien (A-H) à 8 Kombinationen (1-8).
Voraussichtlich steht jedem Final-Teilnehmer eine halbe Einheit, also 6*8*8 Kombinationen zur Verfügung.
Sequenz-Schalter vorwärts und rückwärts befinden sich in der Mitte der Vorsatzleiste unter dem I. Manual, als Fußpuffer links neben der Walze sowie zur Bedienung durch einen Registranten auf beiden Seiten des Spieltischs jeweils oberhalb der Registertafeln.
Das Register-Crescendo wird durch Fußpuffer "Walze 1" oder "Walze 2" eingeschaltet. Hierbei ist "Walze 1" voreingestellt und "Walze 2" frei programmierbar. Zu beachten ist, dass am Neuen Spieltisch (anders als am Alten) die Walze direkt die Wippen der Handregister schaltet. Ein durch die Walze gezogenes Register kann per Hand wieder abgestoßen werden. Dies wird als Programmierung der Walze verstanden, und das betreffende Register kann fortan durch die Walze nicht mehr geschaltet werden (solange, bis der Spieltisch einmal aus- und wieder eingeschaltet wurde). Es ist also an dem Neuen Spieltisch nicht möglich, etwa während eines Walzen-fortissimo die folgende Registrierung im piano vorzubereiten.

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Anregungen und Fragen bitte an das Wettbewerbs-Sekretariat.