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Die kirchenmusikalische Ausbildung in Heidelberg kann auf mittlerweile neunzig Jahre Tradition zurückblicken, in denen etliche bedeutende Persönlichkeiten dem Kirchenmusik-Standort Heidelberg zu Ausstrahlung und Bekanntheit verhalfen. Einige Ausschnitte unserer Chronik in Stichworten:
 
1909 Der Universitätsmusikdirektor Prof. Philipp Wolfrum veranstaltet regelmäßig Orgelkurse, die großen Zulauf erfahren. Philipp Wolfrum spielte eine große Rolle bei der Verbreitung der Werke von Max Reger, mit dem er bald eng befreundet war. Wohl vor allem durch Wolfrums Fürsprache erhielt Reger einen Ehrendoktor-Titel der Universität Heidelberg und war zahlreiche Male in der Stadt zu Gast, meist im Zusammenhang mit Aufführungen seiner Werke, häufig aber auch zu privaten Besuchen.
1926 Um der kirchenmusikalischen Ausbildung an der Universität einen festen Rahmen zu geben, plant die Synode der Badischen Landeskirche die Gründung eines Kirchenmusikalischen Instituts an der Heidelberger Universität. Vorbild für diese Pläne ist das "K.I." der Leipziger Musikhochschule.
1931 Nachdem sich die Zusammenarbeit mit der Universität nicht in der beabsichtigten Weise realisieren ließ, wird das Evangelische Kirchenmusikalische Institut durch den Universitätsmusikdirektor Prof. Hermann Meinhard Poppen (1885-1956) als selbständige Einrichtung der Landeskirche gegründet. Die ersten Lehrkräfte sind Dr. Herbert Haag (Orgel), Wolfgang Fortner (Tonsatz), Renate Noll (Cembalo), Dr. Walter Leib (Gehörbildung, Orgel- und Instrumentenkunde) und Oskar Ehrhardt (Gesang). Das erste Unterrichtsgebäude in der Leopoldstraße (heute: Friedrich-Ebert-Anlage) 62 wird am 18.10.1931 festlich eingeweiht. Die erste Üborgel (III/5) stammt von Carl Heß/Durlach.
1931 Nach dem Vorbild der "Motetten" in der Leipziger Thomaskirche beginnt das K.I. mit der Veranstaltung von "Abendmusiken" an jedem Samstag in der Peterskirche.
1932 Unter Leitung von Wolfgang Fortner wird das erste Kammerorchester am K.I. gegründet.
1935 Zahlreiche Konzerte zum Schütz-Bach-Händel-Gedenkjahr
1939-45 Zahlreiche Studenten und Absolventen des K.I. werden Opfer des Krieges. Der Nationalsozialismus hat unter Dozenten wie in der Studentenschaft Anhänger, aber auch manchen Gegner.
1949 Eine neue dreimanualige Steinmeyer-Orgel mit sieben Registern kann für den Hörsaal angeschafft werden. Sie tut bis 1992 ihren Dienst (zuletzt in Raum 19 des späteren Neubaus).
1954 Heinz Werner Zimmermann wird hauptberuflicher Tonsatzlehrer als Nachfolger seines nach Detmold gewechselten Lehrers Wolfgang Fortner.
1958 Wolfgang Dallmann wird hauptberuflicher Dozent für Klavier und Orgel. Institutsdirektor Dr. H. Haag wird zugleich Landeskirchenmusikwart.
1962 Kurt Boßler aus Freiburg wird als hauptberuflicher Dozent für Tonsatz Nachfolger von Heinz Werner Zimmermann, der als Direktor an die Berliner Kirchenmusikschule wechselt.
1966 Regionalkantor Gerhard Wagner aus Eberbach erhält einen Lehrauftrag für Orgel und Cembalo und wird zwei Jahre später hauptberuflicher Dozent.
1967 Beginn der Kinderchorleiter-Ausbildung durch Bezirkskantor Rolf Schweizer/Pforzheim.
1971 Nach elfjährigen Planungen und zweijähriger Bauzeit kann das K.I. in den Neubau in der Hildastraße 8 in der Heidelberger Weststadt umziehen. Im gleichen Jahr wird die Studiengeldfreiheit für Vollstudierende eingeführt.
1973 Inge Bullinger-Pittler übernimmt einen Lehrauftrag für Gesang.
1975 Beginn der berufsbegleitenden C-Ausbildung in Wochenendkursen am K.I.
1976 Der Braunschweiger Domkantor Dr. Wolfgang Herbst wird zum neuen Institutsdirektor berufen. Nach dem Tod des Tonsatzlehrers Kurt Boßler wird Kantor Hermann Schemmel/Gaggenau neuer Dozent für Tonsatz.
1981 Das K.I. begeht seine Fünfzigjahrfeier mit einer Aufführung von Bachs H-Moll-Messe in der Peterskirche unter Leitung von Eva-Maria Stephan. Wolfgang Dallmann wird mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
1983/84 Der Hochschul-Chor unternimmt zwei Konzertreisen nach Polen.
1985 Bernd Stegmann, Leiter der Berliner Bach-Gesellschaft und Kantor der Pauluskirche Berlin-Zehlendorf, wird Nachfolger von Eva-Maria Stephan als hauptberuflicher Dozent für Chor- und Orchesterleitung.
1984 Die erste Abschlußprüfung des ein Jahr zuvor eingeführten Studienganges Künstlerische Ausbildung findet statt (Martin Smith, Klavier).
1987 Der aus Kattowitz stammende Eugen Polus, bisher Lehrbeauftragter, übernimmt als Nachfolger von Gudula Kremers die hauptberufliche Dozentur für Klavier.
1988 Das K.I. wird in den Rang einer Hochschule für Kirchenmusik erhoben.
Aufführung von Ersnt Peppings Matthäuspassion unter Leitung von Prof. B. Stegmann in Berlin, Bremen, Bad Gandersheim und Heidelberg.
1989/90 Lehraufträge für Prof. Andreas Schröder, Johannes Michel, Christiane Michel-Ostertun und Matthias Schneider (alle Orgel), Gerd Türk, Axel Schweikert (beide Gesang) und Ulrich Wüstenberg (Hymnologie, Liturgisches Singen und Sprechen).
1990 Konzertreise des Chores nach Südfrankreich.
Stiftung des alljährlich veranstalteten "Gesangswettbewerbs Inge Bullinger-Pittler" durch Frau Bullinger-Pittler.
1991 César-Franck-Studientage unter Leitung von Prof. Wagner an der Cavaillé-Coll-Orgel in Lisieux (Frankreich).
1992 Unser Rektor, Prof. Dr. Herbst, gehört der Gründungskommission für die Wiedererrichtung des Kirchenmusikalischen Institutes an der Musikhochschule Leipzig an.
1994 Einrichtung des Ausbildungsgangs "Glockensachverständiger"
1995 Einweihung des Erweiterungsbaus der Hochschule mit drei neuen Gruppenräumen.
1996 Sebastian Hübner erhält einen Lehrauftrag für Gesang, Thomas Berning (Bezirkskantor an der katholischen Jesuitenkirche Heidelberg) einen Lehrauftrag für Künstlerisches Orgelspiel.
1998 Erneute Studienfahrt nach Frankreich mit Prof. Wagner, diesmal an die Cavaillé-Coll-Orgel von Poligny.
1998/99 Prof. Dr. Wolfgang Herbst wird als Rektor verabschiedet. Hermann Schäffer, bislang Landeskantor Nordbaden an der Christuskirche Mannheim, tritt seine Nachfolge an. Nach 33 Jahren Lehrtätigkeit tritt Prof. G. Wagner in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Dr. Martin Sander aus Göttingen. Gerhard Luchterhandt aus Düsseldorf folgt Prof. H. Schemmel als Professor für Tonsatz nach.
Einführung des Studienganges "Künstlerische Ausbildung in Orgelimprovisation" und des Faches "Methodik der Orgelimprovisation".
Aufführung von Händel: Messias und Kluge: De salvatore mundi durch Studenten der HfK.
Anschluß der HfK ans Internet. Computerkurse für Studenten. Computergestützte Gehörbildungsprogramme.
1999 Dr. Martin Sander aus Göttingen wird Professor für Orgel-Literaturspiel. Gerhard Luchterhandt aus Düsseldorf erhält einen Lehrauftrag für Musiktheorie / Tonsatz. Landeskantor KMD Prof. Garsten Klomp aus Freiburg erhält einen Lehrauftrag für Orgel-Literaturspiel und Liturgisches Orgelspiel (bis 2002). Holger Best aus Neustadt wird Lehrbeauftragter für  Gehörbildung. <
Einführung des Studienganges "Künstlerische Ausbildung in Orgelimprovisation" und des Faches "Methodik der Orgel-improvisation". Anschluß der HfK ans Internet. Computerkurse für Studenten. Computergestützte Gehörbildungs-Programme.
23.01. – Emmauskirche Karlsruhe: Aufführung von Händels  Messias unter Leitung von Studierenden. 07.11. – Peterskirche, W.A. Mozart: Requiem, Jupiter-Sinfonie unter Leitung von Bernd Stegmann.
2000 Gerhard Luchterhandt, bislang Organist und Kantor an der Johanneskirche in Düsseldorf, wird zum Sommersemester als Professor für die Fächer Musiktheorie und Tonsatz sowie (ab WS) Liturgisches Orgelspiel berufen. Er gründet das hochschuleigene Jazz-Vokalensemble. Lehraufträge an Heidrun Luchterhandt (Gesang), Dr. Thomas Schlage (Musikgeschichte) und Wilfried Rombach (Gregorianik, Liturgisches Singen und Sprechen).
Anschaffung von Popularmusikequipment (Keyboards, Synthesizer, E-Bass, PA-Anlage.
12./15.04. – Peterskirche / Kath. Kirche Walldorf: Aufführung von Bachs Johannespassion unter Leitung von Studierenden. 19.11. – Peterskirche: Bachs Messe h-Moll unter Leitung von Bernd Stegmann. 20.12. – Peterskirche: Aus Anlass des 60. Geburtstags von Rektor Herrmann Schäffer führen Studierende und Dozenten gemeinsam Messiaens Orgelzyklus „La Nativité du Seigneur“ im Wechsel mit gregorianischen Gesängen zum Advent auf.
2001 Lehraufträge für Orgelkunde an Dr. Martin Kares (bis 2003), für Hymnologie an Pfr. Dr. Martin Mautner und für Liturgik an Michael Braatz.
10.04. – Stadthalle Heidelberg: Konzert im Rahmen des „Heidelberger Frühling“ mit Benjamin Britten, Spring Symphony und Francis Poulenc, Un soir de neige unter Leitung von Bernd Stegmann.
2002 Am 29. Mai tritt die neue Satzung der Hochschule für Kirchenmusik in Kraft. Mit ihr werden u.a. die Vordiplomprüfung und die Aufbaustudiengänge Orgelimprovisation (Künstlerische Ausbildung) und Soloklasse Orgel (Konzertexamen) neu eingeführt. Der bisherige Hochschulrat heißt nun Senat.
Aus Anlass des 10. Todestags von Olivier Messiaen veranstaltet die Hochschule vom 14. bis 23. November Messiaen-Tage mit Gesprächskonzerten und einem Orgelinterpretationskurs (in der Heilig-Geist-Kirche, der Providenzkirche und der Stadthalle) unter Mitwirkung von Almut Rößler und Gerhard Luchterhandt sowie des Hochschulchors.
13.07. – Burgfeste Dilsberg: Vivaldi, Die vier Jahreszeiten, und Mozart, Eine kleine Nachtmusik unter Leitung von Studierenden. 07./08.12. – Peterskirche: Gesamtaufführung von Bachs Weihnachtsoratorium unter Leitung von Bernd Stegmann.
2003 Lehraufträge für Orgel an Heinrich Walther, für Liturgisches Orgelspiel an Karl Ludwig Kreutz und für Theologie an Dr. Joachim Vette sowie für Trompete an Christoph Schrietter (nur 2003).
05.04. – Peterskirche: Gioacchino Rossini, Petite messe solennelle unter Leitung von Bernd Stegmann. 22.11. – Peterskirche: Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem unter Leitung von Bernd Stegmann.
Das Hochschulgebäude erhält eine moderne Chipkarten-Schließanlage, die den Studierenden Übemöglichkeiten rund um die Uhr ermöglicht.
2004 Nach 27- bzw. 26-jähriger Tätigkeit an der HfK werden Margret Bauer und Renate Zimmermann verabschiedet.
Im November veranstaltet die Hochschule an den Orgeln der Stadthalle, der Christus- und der Providenzkirche den Internationalen Philipp-Wolfrum-Orgelwettbewerb, aus dem ein Student der HfK als Sieger hervorgeht.
08.02. – St. Vitus Heidelberg-Handschuhsheim: Helmut Barbe: Canti di Ungaretti, Antonio Vivaldi: Die vier Jahreszeiten unter Leitung von Studierenden.
2005 11.05. – Peterskirche Weinheim: Uraufführung der Todesfuge von Helmut Barbe unter Leitung von Studierenden. 03.07. – Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen: Preisträger-konzert Jugend Musiziert (u.a. mit Haydns Cellokonzert C-Dur) unter Leitung von Studierenden. 23.10.: Der Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der von Grund auf renovierten Peterskirche wird vom badischen Kammerchor unter Leitung von Bernd Stegmann musikalisch mit Teilen aus Bachs h-moll-Messe gestaltet.
Zum Jahresende geht Hermann Schäffer nach fast achtjähriger Rektorentätigkeit in den Ruhestand. Zu seiner Verabschiedung findet am 21.12. in der Peterskirche ein Gottesdienst statt, dessen musikalische Gestaltung in den Händen von Studierenden liegt (u.a. Leonard Bernstein, Chichester Psalms). Der anschließende Empfang in der Hochschule wird musikalisch durch Eugen Polus und das Jazzensemble unter Leitung von Gerhard Luchterhandt umrahmt.
2006 Der bisherige Prorektor Prof. Bernd Stegmann übernimmt die Leitung der Hochschule und wird zum KMD ernannt. Sein Stellvertreter wird Prof. Gerhard Luchterhandt. Andreas Schneidewind, bisher Verwaltungsangestellter sowie Dozent in Mannheim und Frankfurt, erhält zusätzlich einen Lehrauftrag für Chorleitung.
Zwischen der Mannheimer Musikhochschule und der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg tritt ein Vertrag in Kraft, der die Möglichkeit eines Doppelstudiums Kirchenmusik/Schulmusik an beiden Hochschulen vorsieht.
2007 Nach seiner Ernennung zum Domkapellmeister in Paderborn beendet Thomas Berning seine langjähriger Lehrtätigkeit (Orgel) an der HfK  Auch Joachim Vette (Theologische Grundlagen) und Thomas Schlage (Musikgeschichte) scheiden aus dem Kollegium aus.
Lehraufträge für Patrick Fritz-Benzing, Kantor an St. Stephan Karlsruhe (Orgel), Markus Uhl, Kantor an der Jesuitenkirche Heidelberg (Liturgisches Orgelspiel), Matthew Gardner (Musikgeschichte) und Thomas Wilhelm, Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau (Orgelbau).
28.01. – Peterskirche Heidelberg: Aufführung der Nelsonmesse von Joseph Haydn unter der Leitung von Studierenden. 23.05. – Gastkonzert des Hochschulchores in der Stadtkirche Pforzheim unter Leitung von KMD Prof. Bernd Stegmann. Weinheimer Orgelsommer mit Studierenden der Orgelklassen der HfK. 16.11. – Vortrag "Wolfgang Fortner an der HfK" (Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung).
2008 KMD Udo R. Follert verlässt nach 17-jähriger Lehrtätigkeit (Generalbass, Partiturspiel) die Hochschule, Karl-Ludwig Kreutz (Liturgisches Orgelspiel) beendet seine Lehrtätigkeit.
Christiane Lux übernimmt einen Lehrauftrag für Generalbass und Cembalo, der Leiter der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern, Gunther Martin Göttsche, erhält einen Lehrauftrag im Fach Liturgisches Orgelspiel.
12.04. – Gastkonzert des Hochschulchores in der Kath. Kirche Kraichtal-Oberöwisheim unter Leitung von KMD Prof. Bernd Stegmann (Arvo Pärt: Berliner Messe, Motetten von J.S.Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy). 16.07. – Sommerserenade im Evang. Gemeindesaal Schlierbach unter der Leitung von Studierenden. 3./4.10. – Heidelberger Messiaen-Orgeltage 2008 mit Orgelinterpretations- und -improovisationskurs. 26.10.-30.11. – Konzertreihe zum 100. Geburtstag Hugo Distlers, Podiumsdiskussion des SWR in der HfK. Nachmittagskonzerte in der Peterskirche Heidelberg.
2009 06.01. – Heilig-Geist-Kirche Mannheim: Olivier Messiaen: "La Nativité du Seigneur" mit Studierenden der Orgelklasse Prof. Dr. Martin Sander. 01.02. – Kath. Pfarrkirche Walldorf: Chor- und Orchesterkonzert (Mozart: Litaniae Lauretanae, Baumann: Orgelkonzert) unter der Leitung von Studierenden. 01.-05.07. – Jubiläumskonzerte "60 Jahre Pfälzische Musikgesellschaft". Orchesterkonzerte unter Leitung von Studierenden der HfK. 23.-25.10. – 1. Heidelberger Orgelwettbewerb für junge Organistinnen und Organisten (U 16 / U 21).
Dr. Matthew Gardner beendet seine Lehrtätigkeit im Fach Musikgeschichte, sein Nachfolger wird Michael Zink.


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